10 Tipps für ein entspanntes Weihnachtsfest

von | Dez 20, 2017

Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür – das Fest des Essens, der Familie und der zumindest scheinbaren Harmonie. Für Frauen mit einer Essstörung Stress pur? Für Frauen mit Essstörung Stress pur!

Deshalb gibt es heute mein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für dich: 10 Tipps, mit denen du Festtage hoffentlich etwas entspannter über die Bühne kriegst.

5 Tipps für die Familie

1. Verbringe nur so viel Zeit mit deiner Familie, wie du wirklich willst!

Sind deine Weihnachtsfeiertage mehr als vollgestopft? So, dass es zum Stress wird? Ich möchte dich einladen, zu überlegen, wen du wie lange sehen willst und dir entsprechend deine Festtage zu gestalten. Es kann auch schön sein, die Großeltern nur für zwei Stündchen zu sehen und sich dann einen entspannten Nachmittag mit dem Liebsten daheim zu machen.

2. Bringe frischen Wind in verstaubte Familientraditionen!

Immer die gleichen Weihnachtslieder, die seit 20 Jahren miteinander gesungen werden. Geschichten, die schon x Mal erzählt wurden. Treffen, bei denen sich alle nur anschweigen. Jede Familie hat so ihre eigenen Muster und die tun nicht immer gut. Deshalb könntest du überlegen, wie du gerne die gemeinsamen Stunden mit deiner Familie verbringen würdest und mit ihnen darüber reden. Vielleicht spielt ihr gemeinsam ein Spiel, das dich total begeistert. Ihr könntet euch auch gegenseitig Geschichten vorlesen. Oder ihr holt alte Fotoalben heraus und schwelgt in Erinnerungen.

3. Nutze die Festtage für Dinge, die dir wichtig sind!

Doch nicht immer sind Familienangehörige offen für neue Ideen. Das heißt aber nicht, dass du Teil der Muster bleiben musst, die dir nicht gut tun. Du könntest die Feiertage auch als Zeit sehen, in der du dich mal um dich kümmern kannst. Also, nimm dir ein spannendes Buch mit und genieß die Zeit zum Lesen. Oder du nutzt den Besuch in der Heimat, um etwas eher von der Feier zu gehen und dich noch mit deiner besten Freundin aus Jugendzeiten zu treffen.

4. Grenze dich von dem ab, was dir nicht gut tut!

Ein Besuch in der eigenen Herkunftsfamilie bedeutet leider auch, mit den Problemen der anderen konfrontiert zu sein. Doch es sind deren Probleme und nicht deine eigenen. Das Zusammensein mit deiner Familie kann eine gute Schule ein, indem du übst, dich davon abzugrenzen. Du kannst nicht die Probleme deines Vatis lösen, die er mit seiner Schwiegermutter hat. Es ist auch nicht deine Aufgabe, beste Freundin deiner Mutter zu sein und ihr Ratschläge zu geben, was sie tun könnte, um mit ihrer Chefin auf Arbeit besser klar zu kommen. Denn das liegt in deren Verantwortung.

5. Denk dran: Weihnachten geht auch vorbei!

Nicht immer gelingt das mit der Abgrenzung, weil der Sog der unguten Muster ganz schön stark sein kann und so können die Festtage auch zum Horror werden. An dieser Stelle will ich dich nochmal dran erinnern: Ja, manchmal geht es einem schlecht. Doch auch das geht vorbei und spätestens am 27. hast du deinen Rhythmus wieder. Wenn gar nichts anderes geht, hilft manchmal auch einfach nur aushalten und annehmen, dass es gerade scheiße ist.

5 Tipps für das Essen

6. Sei etwas gnädiger mit dir und deiner Essstörung!

Da du durch deine Familie mit Mustern und Problemen konfrontiert sein wirst, die dir nicht gut tun, wird sich die Essstörung über die Weihnachtsfeiertage vermutlich verstärkt melden. Sie will dir helfen, mit den Herausforderungen in deiner Familie umzugehen, die du auf andere Weise momentan nicht gelöst bekommst. Du brauchst sie sozusagen noch als Bewältigungsstrategie. Wenn du dir das bewusst machst, kannst du vielleicht etwas gnädiger mit dir umgehen, wenn du in den nächsten Tagen den einen oder anderen Fressanfall mehr baust oder weniger als sonst herunter kriegst.

7. Gestalte Essensrituale in deiner Familie mit!

Das pausenlose Essen ist für Frauen mit einer Essstörung ja nochmal ein ganz eigener Stressfaktor. Doch auch an dieser Stelle hast du die Möglichkeit, mitzugestalten. Vielleicht macht ihr ein kombiniertes Vesper-Abendbrot am frühen Abend und geht den Nachmittag über ein paar Schritte an der frischen Luft spazieren. Oder du bereitest einen leckeren Salat vor, damit es auch etwas Frisches gibt. Rede doch mal mit den anderen, was dir gut tun würde.

8. Iss das, was du essen willst!

Das reiche Angebot nötigt einen ja irgendwie auch, alles mal probiert zu haben. Auch das kann ganz schön stressen. Deshalb möchte ich dich an dieser Stelle ermutigen, gut in dich hinein zu hören. Denn dein Hunger entscheidet, wie viel du isst und nicht die übervolle Tafel. Also, schau mal, dass du an dieser Stelle gut bei dir bleibst und nur das isst, was du wirklich essen willst.

9. Bleib entspannt, wenn du dich überfressen hast!

Gute Vorsätze hin oder her, am Ende hat man sich doch überfressen. Wenn das passiert ist: Bleib entspannt. Ich weiß, dass sich das leicht sagt und ich kenne ja selbst die Panik, wenn die Waage am nächsten Tag mehr anzuzeigen droht. Aber ganz ehrlich: Selbst wenn du mal etwas mehr gegessen hast – solange du in den Tagen drauf wieder so wie immer isst, wird schon bald nichts mehr von diesem Vorfall auf der Waage zu sehen sein. Es ist also nicht nötig, nach Weihnachten ein Diätprogramm aufzufahren.

10. Lass die Waage links liegen!

Auch deine Waage hat das Recht, mal für ein paar Tage Pause zu machen. Denn was bringt es dir, sie zu fragen, ob du über die Weihnachtsfeiertage kontrolliert oder nicht kontrolliert gegessen hast?! Es ist doch nur eine Zahl, die nicht wirklich was über dich sagt. Und ist die Zahl höher als sonst, würde dich das vermutlich wahnsinnig stressen. Also, lass die Waage links liegen und nutze die Zeit lieber, um in dich hinein zu hören, was dir dann nach all dem Weihnachtstrubel gut tun würde.

Na dann, du Liebe. Ich wünsche dir, dass du die Festtage in deinem Sinne mitgestaltest, damit sie für dich so angenehm wie möglich werden. Ein entspanntes Weihnachten dir!

© Dorothea

P.S.: Du kannst meine Artikel gerne teilen. Wenn du den Text nutzen möchtest, dann kopiere ihn bitte komplett und verlinke darunter meine Homepage https://wege-aus-der-essstoerung.de als Quellenangabe. Danke für diese Win-win-Situation.

Eure Stimmen

Danke für eure liebevollen Rückmeldungen!

Ich wollte einfach mal kurz DANKE für deine tolle Seite sagen!! Deine Beiträge unterstützen mich sehr beim Weg aus meiner Essstörung. Aus meiner Sicht sind es viele Puzzleteile, welche sich zusammen setzen müssen, bis ich meinen Weg gefunden habe. Dein Blog ist auf jeden Fall ein Puzzleteilchen davon. 🙂 Mach weiter so und ich freue mich auf deine Beiträge!

Sandra

„Vor einigen Tagen habe ich „per Zufall“ (ob es den überhaupt gibt? 🙂 ) deine Internetseite entdeckt.

Ich habe selbst auch eine Essstörung (Magersucht) und deine Texte haben mir unglaublich geholfen und mich sehr viel weiter gebracht. Ich habe in den letzten Tagen sehr vieles über mich und meine Essstörung verstanden und gelernt.

Etwas sehr Entscheidendes ist auch passiert, nämlich sehe ich die Essstörung nun nicht mehr als „ein böses Monster“, sondern ich sehe und bin dankbar dafür, wie viel ich von ihr (über mich) lernen kann/ darf. Auch schäme ich mich nicht mehr dafür, eine Essstörung zu haben und bin viel gelassener und entspannter.

Ich habe mich in ganz vielen Themen von deinen Artikeln wieder gefunden und fühl(t)e mich dadurch sehr verstanden. Ich bin bereits seit ein paar Wochen in Therapie und gehe Schritt für Schritt meinen Weg. Du hast mich aber gleich einen ganz großen Schritt weiter gebracht, wofür ich dir sehr dankbar bin!“

Florence