Rückblick auf das Jahr

von | Dez 30, 2017

Leise neigt es sich dem Ende entgegen. Weihnachten ist vorbei, die Geschenke sind ausgepackt und nun hält das Jahr seine letzten Tage für uns bereit.

Gelegenheit, um Rückschau zu halten, auf das, was war: Fröhliches und Trauriges. Buntes und Dunkles. Geglücktes und Missglücktes. Leichtes und Schweres.

Was hast du in diesem Jahr erlebt?

Wie erging es dir in deinem Studium, deinem Job oder eben der Beschäftigung, der du nachgehst? Hast du etwas Altes abgeschlossen? Etwas Neues begonnen? Bist du zu großen Abenteuern aufgebrochen? Vielleicht ins Ausland gegangen? Hast du dir neue Bereiche erobert? Was hast du gelernt? Was erreicht? Und was ist offen geblieben?

Wie steht es um deine Beziehung? Wartest du schon lange auf deinen Traumprinzen, doch auch in diesem Jahr ist er nicht auf seinem weißen Schimmel angeritten gekommen? Hast du jemanden kennen gelernt, mit dem du nun glücklich zusammen bist? Hast du geheiratet? Oder lebst du in einer Partnerschaft, in der es schwierig geworden ist? In der Gespräche nötig waren, um in Schiefes wieder gerade zu rücken? Ist vielleicht sogar deine Beziehung zerbrochen?

Und deine Familie? Hast du einem Kind das Licht der Welt geschenkt? Gab es besondere Veränderungen im Leben deiner Kinder? Welche schönen Momente hattet ihr miteinander? Und welche Herausforderungen? Woran bist du gewachsen? Und was ist dir noch nicht so gelungen, wie du es dir gewünscht hättest?

Wie steht es um deine Eltern, deine Geschwister, deine Herkunftsfamilie? Zu welchen Anlässen habt ihr euch gesehen? Welche Höhepunkte habt ihr gefeiert? Was für Themen gab es für euch? Über was hast du dich geärgert? An welchen Stellen seid ihr aneinander geraten? Und was habt ihr gemeinsam gemeistert?

Was war bei dir ganz persönlich los? Welchen Hobbys bist du nachgegangen? Was hast du dir Schönes gegönnt? Wie hast du dich um dich gekümmert? Wann hast du dich vernachlässigt? Was hättest du gerne getan? Was hast du getan?

Und dann ist da natürlich noch die Essstörung? Wie erging es in diesem Jahr mit ihr? Welche Schritte hast du in Angriff genommen? Eine Therapie? Einen Klinikaufenthalt? Wege der Selbsthilfe? Was hast du erreicht? An welchen Stellen bist du noch nicht weiter gekommen?

Und nun stell dir vor …

… du blickst auf dein Jahr zurück. Ohne das, was war, zu bewerten. Ohne zu urteilen. Stell dir vor, du schaust zurück und lässt es so stehen, wie es war. Ohne Hätte, Könnte, Müsste. Ohne Vorwürfe dir selbst gegenüber. Und ohne harte Urteile.

Stell dir vor, du gehst in diesem Jahr an dieser Stelle liebevoll mit dir um. Dankst dir für das, was du erreicht hast. Bist nachsichtig mit dem, was noch nicht geworden ist.

Du hast das geschafft, was möglich war. Und du wirst im nächsten Jahr noch viel Gelegenheit haben, um Offen gebliebenes zu klären. Oder im übernächsten. Es ist noch viel Zeit.

Und nun stell dir vor, du bündelst das, was 2017 war, zu einem Paket und legst es in eine Schublade. Fein säuberlich sortiert räumst du alles weg. Schließt das Alte ab, ohne dass es noch an dir nagt und in dir arbeitet. Und lässt somit zurück, was zurück gelassen werden will.

Und dann kannst du morgen um Mitternacht die neue Schublade mit der Aufschrift „2018“ öffnen und heraus zu lassen, was heraus will. Wenn du es schaffst, das Alte aus diesem Jahr zurück zu lassen, dann wird es dich nicht mehr blockieren und dich daran hindern, dich voll und ganz auf das Neue einzulassen.

Und dann wirst du auch offen werden für das Schöne, was im neuen Jahr kommen wird: Für all das Wunderbare in deinem Leben. Für die schönen Begegnungen mit lieben Menschen. Die leisen Momente der Zufriedenheit. Für tiefgehende Erfahrungen. Die kleinen Augenblicke der Dankbarkeit inmitten im Alltag. Und die kleinen und großen Erfolge auf deinem Weg aus der Essstörung.

Ich wünsche dir einen guten Start in das neue Jahr. Und dass du offen wirst für all das Schöne, was im neuen Jahr auf dich wartet.

© Dorothea

P.S.: Du kannst meine Artikel gerne teilen. Wenn du den Text nutzen möchtest, dann kopiere ihn bitte komplett und verlinke darunter meine Homepage https://wege-aus-der-essstoerung.de als Quellenangabe. Danke für diese Win-win-Situation.

Eure Stimmen

Danke für eure liebevollen Rückmeldungen!

Ich wollte einfach mal kurz DANKE für deine tolle Seite sagen!! Deine Beiträge unterstützen mich sehr beim Weg aus meiner Essstörung. Aus meiner Sicht sind es viele Puzzleteile, welche sich zusammen setzen müssen, bis ich meinen Weg gefunden habe. Dein Blog ist auf jeden Fall ein Puzzleteilchen davon. 🙂 Mach weiter so und ich freue mich auf deine Beiträge!

Sandra

„Vor einigen Tagen habe ich „per Zufall“ (ob es den überhaupt gibt? 🙂 ) deine Internetseite entdeckt.

Ich habe selbst auch eine Essstörung (Magersucht) und deine Texte haben mir unglaublich geholfen und mich sehr viel weiter gebracht. Ich habe in den letzten Tagen sehr vieles über mich und meine Essstörung verstanden und gelernt.

Etwas sehr Entscheidendes ist auch passiert, nämlich sehe ich die Essstörung nun nicht mehr als „ein böses Monster“, sondern ich sehe und bin dankbar dafür, wie viel ich von ihr (über mich) lernen kann/ darf. Auch schäme ich mich nicht mehr dafür, eine Essstörung zu haben und bin viel gelassener und entspannter.

Ich habe mich in ganz vielen Themen von deinen Artikeln wieder gefunden und fühl(t)e mich dadurch sehr verstanden. Ich bin bereits seit ein paar Wochen in Therapie und gehe Schritt für Schritt meinen Weg. Du hast mich aber gleich einen ganz großen Schritt weiter gebracht, wofür ich dir sehr dankbar bin!“

Florence