Wie Geld dich nicht davon abhält, deine Träume zu leben

von | Mrz 18, 2019

Wenn du deine Essstörung hinter dir lassen willst, dann ist eine der Entwicklungsaufgaben, immer weniger in Zwängen zu leben und immer mehr die eigenen Träume zu verwirklichen.

Was ist das bei dir? Eine 20-Stunden-Woche, um nebenbei endlich dein Traumstudium absolvieren zu können? Endlich ein Zusammenzug mit dem Liebsten, der in einer anderen Stadt wohnt – auch wenn du noch keinen Job hast? Oder die Kündigung deiner aktuellen Arbeitsstelle, weil dich die Arbeit nicht erfüllt? Und dann erstmal ein Jahr Bundesfreiwilligendienst zur Neuorientierung? Ein langer Jahresurlaub, den du gerne in Australien verbringen würdest? Ein Sabbatjahr, in welchem du 12 Monate lang nur das tust, worauf du Lust hast? Oder träumst du schon lange von einem Hobby, was aber sehr teuer ist? Einer 3-jährigen Elternzeit? Oder noch einem dritten oder vierten Kind?

Ich weiß nicht, was deine Wünsche sind. Aber häufig scheitern solche Vorhaben an einem sehr mächtigen Argument: Es ist nicht genügend Geld dafür da.

Deshalb möchte ich dir heute ein paar ganz praktische Tipps mit auf den Weg geben, was du tun kannst, um auf doch recht entspannte und zudem noch nachhaltige und beziehungsfördernde Weise mit weniger Geld auszukommen.

Wie du deine Ausgaben reduzieren kannst

  1. Zunächst wäre es das Beste, wenn du erst einmal Bewusstsein in deine Finanzen hinein bringst. Wie viel Geld steht dir im Monat zur Verfügung? Und für was gibst du wie viel aus? Dazu kannst du zwei, drei Monate lang Liste führen, wo dein Geld hin fließt. Vielleicht stellst du schon an dieser Stelle fest, dass du noch eine Versicherung, einen alten Handyvertrag oder etwas anderes an regelmäßigen Ausgaben laufen hast, was du eigentlich gar nicht mehr brauchst.
  2. Dann beobachte mal, was du dir so an Dingen jenseits von Artikeln des täglichen Bedarfs kaufst. Denn oftmals ist es so, dass wir etwas sehen und es kaufen, weil wir denken, wir könnten es gebrauchen. Doch schon bald stellen wir fest, dass wir es uns hätten sparen können. Deshalb: Schau nicht mehr danach, was es alles so zu kaufen gibt. Sondern geh vor dem Einkaufen in dich und frag dich, was du wirklich brauchst. Und danach suchst du dann gezielt.
  3. Wenn du wirklich etwas benötigst, dann schau ruhig mal bei Ebay Kleinanzeigen nach gut erhaltenen, gebrauchten Dingen. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch noch nachhaltiger. Und wenn du dort deine Sachen verkaufst, die bei dir nur verstauben, bekommst du sogar noch selber etwas Geld in die Haushaltskasse.
  4. Du könntest deinen Kleiderschrank mal unter die Lupe nehmen. Wie viele T-Shirts, Hosen, Socken und so weiter benötigst du? Was du eh nicht anziehst, gibst du einfach in Second Hand-Läden oder an andere weiter. Und dann kaufst du dir immer nur eine neue Klamotte, wenn eine alte kaputt oder anderweitig hinüber ist. So wirst du nur das im Kleiderschrank haben, was du wirklich nutzt und dadurch viel Geld sparen. In Winter- und Sommerschlussverkäufen findest du übrigens top Ware zu kleinen Preisen. Vielleicht sind ja auch in Second Hand-Läden was für dich.
  5. Wie steht es um deine Bücher? Gehörst du auch zu denjenigen, die Bücher kaufen, einmal lesen und dann ins Regal stellen? Dann meld dich doch in einer öffentlichen Bibliothek an. Das spart nicht nur Geld sondern auch ein regelmäßiges Staubwischen im Bücherregal. 😉
  6. Gibt es Gegenstände, die du nur einmal im Jahr brauchst? Die könntest du dir von deinem Nachbarn ausborgen und ihm dafür das leihen, was er nur ganz selten nutzt. Übrigens ein prima Einstieg für ein schönes Miteinander auf der Etage.
  7. Energieausgleiche können eine prima Sache sein. Ich pass zwei Mal im Monat auf deine Kinder auf und dafür gibst du mir zwei Mal im Monat Klavierunterricht.

Und die regelmäßigen Kosten?

  1. Wie steht es um deine Ernährung? Kaufst du viel Fastfood und möglichst billig ein? Oder bist du es dir wert, für dich frisch zu kochen und hochwertigere Nahrungsmittel einzukaufen? Denn ich bin überzeugt, es lohnt sich wirklich mal zu rechnen, ob du mit Fertigpizzen, Tiefkühlkuchen und anderen Fastfoodgerichten wirklich billiger kommst als mit Lebensmitteln, die nah am Ursprungszustand dran sind. Von der Qualität ganz zu schweigen…
  2. Auch bei Kosmetikartikeln lässt sich viel drehen. Brauchst du wirklich alles an Deos, Seifen, Spülungen und Co? Vielleicht ist auch da weniger mehr. Der körpereigene Duft verrät eh viel besser, ob ich einen anderen Menschen gut riechen kann.
  3. Im Hygienebereich kann es sich lohnen, mal über langlebige Alternativen nachzudenken: Menstruationstassen, Stoffbinden, Stoffwindeln für Babys, Stofftaschentücher, … Die kosten vielleicht in der Anschaffung etwas, rechnen sich aber auf lange Zeit gesehen. Und umweltschonender ist es außerdem.
  4. Hast du ein Auto? Und brauchst du es? Gerade im städtischen Bereich lässt sich vieles leicht mit dem Fahrrad und dem öffentlichen Personennahverkehr erreichen. Und wenn du im Urlaub doch mal eine Rundreise mit dem Auto machen willst, ist Carsharing prima. Auch Fahrgemeinschaften können eine gute und beziehungsfördernde Sache sein.
  5. Falls du gerade auf Wohnungssuche sein solltest, dann lohnt es sich auch da mal über die Preise nachzudenken. Ich weiß, dass bei einer Wohnungssuche viele Kriterien mit rein spielen. Aber es ist sinnvoll, da wirklich achtsam zu sein. Denn die Miete ist eine regelmäßige, große Ausgabe, die auf Dauer viel Geld fressen kann.
  6. Und zu guter Letzt: Je mehr du deine Träume lebst und je wohler du dich in deinem Leben fühlst, desto weniger wirst du krank werden. Auch Medikamente und Arztbesuche sind ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

Das sind die Anregungen, die ich für dich habe. Sicher wird nicht jeder Tipp für dich passend sein. Aber ich denke, du hast eine Idee bekommen, an wie vielen Stellen du Handlungsmöglichkeiten hast, um dem Geld nicht ausgeliefert zu sein.

Das Schöne dabei ist: Selbst, wenn du irgendwann nicht mehr so viel Geld zur Verfügung hast, weil du anfängst, deine Träume zu leben – du wirst dich innerlich unglaublich reich fühlen, weil du immer mehr das Leben führen kannst, was dich glücklich macht. 🙂

© Dorothea

P.S.: Du kannst meine Artikel gerne teilen. Wenn du den Text nutzen möchtest, dann kopiere ihn bitte komplett und verlinke darunter meine Homepage https://wege-aus-der-essstoerung.de als Quellenangabe. Danke für diese Win-win-Situation.

Eure Stimmen

Danke für eure liebevollen Rückmeldungen!

Ich wollte einfach mal kurz DANKE für deine tolle Seite sagen!! Deine Beiträge unterstützen mich sehr beim Weg aus meiner Essstörung. Aus meiner Sicht sind es viele Puzzleteile, welche sich zusammen setzen müssen, bis ich meinen Weg gefunden habe. Dein Blog ist auf jeden Fall ein Puzzleteilchen davon. 🙂 Mach weiter so und ich freue mich auf deine Beiträge!

Sandra

„Vor einigen Tagen habe ich „per Zufall“ (ob es den überhaupt gibt? 🙂 ) deine Internetseite entdeckt.

Ich habe selbst auch eine Essstörung (Magersucht) und deine Texte haben mir unglaublich geholfen und mich sehr viel weiter gebracht. Ich habe in den letzten Tagen sehr vieles über mich und meine Essstörung verstanden und gelernt.

Etwas sehr Entscheidendes ist auch passiert, nämlich sehe ich die Essstörung nun nicht mehr als „ein böses Monster“, sondern ich sehe und bin dankbar dafür, wie viel ich von ihr (über mich) lernen kann/ darf. Auch schäme ich mich nicht mehr dafür, eine Essstörung zu haben und bin viel gelassener und entspannter.

Ich habe mich in ganz vielen Themen von deinen Artikeln wieder gefunden und fühl(t)e mich dadurch sehr verstanden. Ich bin bereits seit ein paar Wochen in Therapie und gehe Schritt für Schritt meinen Weg. Du hast mich aber gleich einen ganz großen Schritt weiter gebracht, wofür ich dir sehr dankbar bin!“

Florence