Wie ein heißes Bad heilsam wirken kann

von | Nov 28, 2018

Kalt ist es geworden und die Temperaturen zeigen deutlich, dass sich der Herbst dem Ende entgegen neigt.

Wie schön ist es da, sich am Abend ein heißes Bad einzulassen und nach einem anstrengenden Tag runter zu fahren, duftende Öle einzuatmen und im heißen Wasser zu entspannen. Doch so ein Bad dient nicht nur der Entspannung nach einem langen Tag – es kann auch heilsam wirken.

Warum und weshalb wirst du heute erfahren.

Wie der Körper immer mehr Ballast ansammelt

Im Laufe der Jahre sammelt ein Mensch immer mehr Ballast, den er dann mit sich herum schleppt.

Nehmen wir an, dir wurde als Kind immer vermittelt, dass du für Dieses oder Jenes noch zu klein bist, das noch nicht kannst und es erst begreifen wirst, wenn du größer und gereifter bist. Dies ist eine unglaublich demütigende Botschaft. Wenn ein Kind dies immer wieder zu hören bekommt, wird es das mit der Zeit immer mehr zu glauben beginnen. Und nebenbei erfährt es emotionale Kälte pur.

Gleichzeitig lagert sich diese Botschaft immer mehr im Körper ab und es kann sein, dass du als Kind die Schultern immer mehr hast hängen lassen, weil du eben angeblich noch so klein warst und noch nichts konntest.

Vielleicht hast du dich dann später, als du zu einer erwachsenen Frau heran gewachsen warst, immer wieder für andere krumm gemacht, dir Lasten aufbürden lassen und hast Dinge mitgetragen, die dir eigentlich viel zu schwer waren. Auch diese erdrückenden Erfahrungen haben sich immer mehr im Schulterbereich abgelagert und der Ballast wurde immer mehr.

Achte doch mal auf die sprachlichen Bilder, die ich hier verwende: Ballast mit sich herum schleppen, klein gemacht werden, die Schultern hängen lassen, sich für andere krumm machen, sich Lasten aufbürden lassen, viel zu schwere Dinge tragen, … Sie haben alle etwas mit den Schultern, eben dem Ort, an dem die Erfahrungen abgespeichert wurden, zu tun.

Und nun passiert Folgendes: Durch diese erniedrigenden und belastenden Erfahrungen hast du emotionale Kälte und Härte erfahren. Diese haben dich mit der Zeit immer kälter und härter mit dir selbst werden lassen. Du wirst sicher wissen, was ich meine, oder? Dass du mit dir selbst ziemlich hart ins Gericht ziehst und solche Sachen…

Und eben diese erfahrene Kälte und Härte ist auch im Körper spürbar – in dem Fall indem die Muskeln im Schulterbereich immer kälter, härter und verspannter geworden sind.

Die Schultern sind jetzt nur ein Beispiel. Es kann bei dir auch eine andere Körperregion sein, die sehr verspannt sind, weil dort viele belastende Erfahrungen lagern.

Wie der Körper den Ballast wieder loswerden kann

Nun ist der Organismus eines Menschen so beschaffen, dass er ein Interesse daran hat, Belastendes wieder loszuwerden – eben alten Ballast abzuwerfen. Und genau dabei kann dir ein heißes Bad helfen.

Wenn du es dir in der Wanne gemütlich machst, kommst du zunächst aus dem Funktions- in den Entspannungsmodus. Den ganzen Tag warst du vielleicht unterwegs, hast funktioniert und dabei deine Muskeln genutzt und angespannt. Wenn du dich nun im warmen Wasser fallen lässt, kannst du anfangen, locker zu lassen. Die Muskeln beginnen, sich zu entspannen.

Geh ruhig mal bewusst in diese Entspannung hinein, wenn du das nächste Mal in der Wanne liegst, mach ein paar ruhige, tiefe Atemzüge und spür mal, wie schön sich das anfühlt, wenn die Anspannung des Tages abfällt.

Und im nächsten Schritt kann Heilsames geschehen. Wenn sich die Muskeln von den Lasten des Tages befreit haben und eine Grundentspannung da ist, dann beginnen sie, den alten Ballast abzugeben. Im Grunde genommen musst du dafür gar nichts weiter tun. Einfach nur daliegen und zulassen, dass der Körper von sich aus das abgibt, was er loswerden will. Denn sobald du denkst, du müsstest irgendetwas machen oder beitragen, spannst du deine Muskeln wieder an. Dadurch kommst du wieder in den Funktionsmodus und verhinderst, dass dein Körper tiefer in die Entspannung eintauchen kann. Also, genieß einfach die Ruhe und tue … nix.

Und bei noch etwas kann dir das heiße Bad helfen: Durch die Erfahrungen von einst hast du ja emotionale Härte und Kälte erfahren, die dich hart und kalt mit dir selbst haben werden lassen. Durch das heiße Wasser spürst du nun ganz körperlich, dass es sich auch warm und weich anfühlen kann. Spür ruhig auch da mal rein und genieß, wie schön das ist. Mit jeder Minute, in der du im heißen Wasser liegst, kannst du mehr von dieser Wärme und dieser Weichheit in jede Zelle deines Körpers aufnehmen. Und dadurch die einstiegen Erfahrungen von „Härte und Kälte“ in „Weichheit und Wärme“ umschreiben.

Also, du Liebe, ich wünsche dir trotz der eisigen Temperaturen viele berührende und erwärmende Momente bei einem schönen Bad. Genieß es, wenn die Wärme in deinen Körper zu strömen beginnt und dich dadurch wieder weicher mit dir selbst werden lässt.

Lass dich lieb drücken.

© Dorothea

P.S.: Du kannst meine Artikel gerne teilen. Wenn du den Text nutzen möchtest, dann kopiere ihn bitte komplett und verlinke darunter meine Homepage https://wege-aus-der-essstoerung.de als Quellenangabe. Danke für diese Win-win-Situation.

Eure Stimmen

Danke für eure liebevollen Rückmeldungen!

Ich wollte einfach mal kurz DANKE für deine tolle Seite sagen!! Deine Beiträge unterstützen mich sehr beim Weg aus meiner Essstörung. Aus meiner Sicht sind es viele Puzzleteile, welche sich zusammen setzen müssen, bis ich meinen Weg gefunden habe. Dein Blog ist auf jeden Fall ein Puzzleteilchen davon. 🙂 Mach weiter so und ich freue mich auf deine Beiträge!

Sandra

„Vor einigen Tagen habe ich „per Zufall“ (ob es den überhaupt gibt? 🙂 ) deine Internetseite entdeckt.

Ich habe selbst auch eine Essstörung (Magersucht) und deine Texte haben mir unglaublich geholfen und mich sehr viel weiter gebracht. Ich habe in den letzten Tagen sehr vieles über mich und meine Essstörung verstanden und gelernt.

Etwas sehr Entscheidendes ist auch passiert, nämlich sehe ich die Essstörung nun nicht mehr als „ein böses Monster“, sondern ich sehe und bin dankbar dafür, wie viel ich von ihr (über mich) lernen kann/ darf. Auch schäme ich mich nicht mehr dafür, eine Essstörung zu haben und bin viel gelassener und entspannter.

Ich habe mich in ganz vielen Themen von deinen Artikeln wieder gefunden und fühl(t)e mich dadurch sehr verstanden. Ich bin bereits seit ein paar Wochen in Therapie und gehe Schritt für Schritt meinen Weg. Du hast mich aber gleich einen ganz großen Schritt weiter gebracht, wofür ich dir sehr dankbar bin!“

Florence