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Qualitätskriterien

1. Ich sehe eine Essstörung als einen Wegweiser, der dir zeigen möchte, dass du nicht das Leben lebst, das du leben könntest. Deine Essstörung möchte dich also einladen, genau hinzuschauen, zu erkennen, zu lernen und sie möchte dich ermutigen, dich immer mehr zu einem Leben der Freude, der Leichtigkeit und der Lebendigkeit hin zu entwickeln.

2. Für mich bist du ein wunderbares, vollkommenes Wesen, das bereits alles in sich trägt, um ein glückliches und gesundes Leben zu führen. Ich weiß um den Zusammenhang von Körper, Geist und Seele und arbeite deshalb nicht nur auf kognitiver, sondern auch auf emotionaler und auf körperlicher Ebene. Für mich ist eine Essstörung ein Symptom dafür, dass die Seele hungert und diesen Hunger über den Körper zum Ausdruck bringt. Sobald der Hunger auf Seelenebene gestillt ist, verschwindet auch das Symptom.

3. Ich sehe mich als Begleiterin, die dich dabei unterstützen will, den für dich richtigen Weg zu finden. Dabei kann ich dir Impulse geben und dir Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Die Entscheidung, welche Richtung du für die nächsten Schritte wählst, liegt aber allein bei.

4. In der Begegnung mit dir bin ich in erster Linie Mensch, der dir wertschätzend und einfühlsam gegenüber tritt und dich auf menschlicher Ebene berühren möchte. Gleichzeitig möchte auch ich berührbar sein und mich nicht hinter einer unnahbaren Fassade verstecken. Ich weiß, dass auch ich Lernende auf meinem eigenen Lebensweg bin und möchte wohlwollend mit meinen Fehlern umgehen. In meinen eigenen Entwicklungsprozessen bin ich so weit voran geschritten, dass ich dir eine stabile und zuverlässige Begleiterin sein kann. Denn ich weiß, dass ich dich nur soweit begleiten kann, wie ich meinen eigenen Weg bereits gegangen bin.

5. Neben der Begegnung auf Augenhöhe über die menschliche Ebene ist mir die Professionalität ein großes Anliegen. Ich verfüge neben meinen Erfahrungen als ehemalige Betroffene über solide Ausbildungen sowie über ein umfangreiches Wissen im Bereich der Essstörungen. Regelmäßig reflektiere ich meine Arbeit für mich, in Intervisionen sowie in Supervisionen und bilde mich kontinuierlich weiter. Auf diese Weise biete ich dir in meiner Arbeit eine hohe Qualität, ohne mich dabei vom Perfektionismus treiben zu lassen.

6. Zusammen mit meinen Kooperartionspartner*innen trägt jede und jeder von uns einen wertvollen Teil zur Begleitung von Frauen mit Essstörungen bei. Dabei sehen wir uns nicht als Konkurrierende, sondern als Kooperierende, die voneinander lernen, einander bereichern und gemeinsam zum Wohle von euch Betroffenen wirken wollen. Denn ich bin mir sicher, dass wir nur gemeinsam Großes erschaffen können.

7. In meinem Wirken – sei es in der Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen oder in der Arbeit mit Betroffenen – will ich einen Rahmen schaffen, in dem sich alles, was sich gerade zeigen will, zeigen darf. Dahinter steht die Überzeugung, dass sich Dinge, die Raum bekommen, hin zum Positiven verändern. Dabei gehe ich in jeder Interaktionen sehr achtsam mit meinen eigenen Bedürfnissen und Grenzen wie auch mit den Bedürfnissen und Grenzen des Gegenübers um.

8. Ich weiß darum, dass es im zwischenmenschlichen Miteinander zu Meinungsverschiedenheiten, Unklarheiten und Unstimmigkeiten kommen kann. Auch diesem will ich Raum geben, sodass Differenzen von Anfang an konstruktiv genutzt werden. Dabei reflektiere ich eigene Triggerpunkte und sehe Unstimmigkeiten als Chance, um mich mit Themen auseinander zu setzen, zu lernen und um zu wachsen.

9. Ich bin aufgeschlossen für konstruktives Feedback, denn das hilft mir, mich weiter zu entwickeln und meine Angebote zu verfeinern. Gleichzeitig freue ich mich auch über jede positive Rückmeldung, die mich darin bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein und dir mit meinem Wirken Gutes zu tun.

10. Über allem mögen die Freude und die Dankbarkeit stehen. Freude und Dankbarkeit für jeden Menschen, der zu essmo findet und seinen Lebensweg ein stückweit zusammen mit mir geht. Freude und Dankbarkeit für jede Begegnung. Und Freude und Dankbarkeit für die wundervolle Arbeit, die ich hier tun darf. Ich würde mich freuen, wenn auch du ein Teil davon wirst.