Symptome von Essstörungen

Essstörungen beginnen häufig ganz schleichend und unbemerkt. Vielleicht möchte das Familienmitglied nur etwas abnehmen oder eine Diät ausprobieren. Angehörige machen sich an dieser Stelle in der Regel noch keine Gedanken. Doch der Übergang von den Experimentierversuchen hin zu einer Essstörung ist fließend. Woran ist also zu erkennen, ob tatsächlich eine Essstörung vorliegt?

Laut den Diagnosewerken ICD-10 (International Classification of Diseases) und DSM-V (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) werden drei Formen von Essstörungen unterschieden:

  • Magersucht oder Anorexie
  • Ess-Brech-Sucht oder Bulimie
  • Esssucht oder Binge Eating

Hier findest du eine Übersicht über typische Anzeichen für diese drei Formen von Essstörungen, wobei bei Betroffenen nicht alle Symptome sichtbar sein müssen.

Magersucht oder Anorexie heißt...

  • … sich ständig mit dem Essen auseinander zu setzen
  • … eine lange Liste verbotener Nahrungsmittel zu haben
  • … jegliche Kalorientabellen auswendig zu kennen
  • … immer weiter abnehmen zu wollen
  • … untergewichtig zu sein
  • … mit Abführmitteln und Sport der Gewichtszunahme entgegen zu wirken
  • … die Waage als Stimmungsbarometer zu haben
  • … sich aus der Familie und von Freunden zurück zu ziehen
  • … oft zu frieren
  • … unkonzentriert zu sein
  • … schnell müde und erschöpft zu sein
  • … einen schwachen Puls zu haben
  • … perfekt sein zu wollen
  • … Adrenalin non-stop
  • … die Menstruation bleibt aus

Ess-Brech-Sucht oder Bulimie heißt...

  • … sich ständig mit dem Essen auseinander zu setzen
  • … kontrolliertes Essverhalten in der Öffentlichkeit
  • … regelmäßige, heimliche Essanfälle mit anschließendem Erbrechen
  • … Kontrollverlust während der Essanfälle
  • … kalorienreiche und leicht essbare Nahrungsmittel hinunter zu schlingen
  • … Abführmittel und abführende Lebensmittel zu sich zu nehmen
  • … eine Liste verbotener Nahrungsmittel für die Mahlzeiten außerhalb der Essanfälle zu haben
  • … mit dem eigenen Körper unzufrieden zu sein
  • … die Waage als Stimmungsbarometer zu haben
  • … sich aus der Familie und von Freunden zurück zu ziehen
  • … Schwindelgefühle und Herzrasen
  • … selbstverletzendes Verhalten
  • … nach außen eine perfekte Fassade zu wahren
  • … in Geldproblemen wegen der Essanfälle zu stecken

Esssucht oder Binge Eating heißt...

  • … sich ständig mit dem Essen auseinander zu setzen
  • … Essen ohne Hungergefühl
  • … häufige Heißhungeranfälle
  • … kein regelmäßiges Essen
  • … unter Übergewicht zu leiden
  • … keine gewichtsreduzierenden Maßnahmen vorzunehmen
  • … bewegungsarmen Freizeitaktivitäten wie Fernsehen oder Computer nachzugehen
  • … sich aus der Familie und von Freunden zurück zu ziehen
  • … Gefühle runter zu schlucken
  • … Schuld- und Schamgefühle
  • … Hass auf den eigenen Körper zu entwickeln

Es gibt aber noch weitere Formen von Essstörungen, wie zum Beispiel die Orthorexie. Bei dieser entwickeln Betroffene ein derart gesundes Essverhalten, dass es belastende Züge annimmt. Auch häufig kreisende Gedanken rund um das Essen und die Figur oder ständig schwankendes Gewicht können Anzeichen für eine Essstörung sein.