Dorothea Ristau

Ich habe essmo ins Leben gerufen und ein großer Traum von mir ist damit wahr geworden.

Das Thema Essstörung begleitet mich schon seit mehr als 15 Jahren. Zum einen weil ich selber einige Jahre meines Lebens eine Essstörung hatte. Und zum anderen weil sich mein beruflicher Werdegang immer mehr zu diesem Thema hin entwickelt hat.

Aus- und Weiterbildungen

10/2006 – 07/2010: Studium der Sozialen Arbeit an der FH Zittau/Görlitz

→ Die Grundlage für meinen beruflichen Weg.

04/2011 – 02/2013: Weiterbildung in Personenzentrierter Gesprächsführung nach Carl Rogers

→ Empathie, Authentizität und Wertschätzung sind die Schlagworte. Sind diese drei Faktoren in einer Beziehung zwischen zwei Menschen vorhanden, dann steht einer Persönlichkeitsentwicklung nichts mehr im Wege.

09/2012 – 11/2015: Weiterbildung in Systemischer Beratung, Pädagogik und Seelsorge

→ Ich verstand, wie sehr alles miteinander zusammen hängt und dass alles einen Sinn ergibt, sobald es im Zusammenhang betrachtet wird. Und ich schlug immer mehr meinen Weg ein, denn meine Abschlussarbeit schrieb ich über das Thema „Ganzheitliches Arbeiten in der systemischen Onlineberatung für Frauen mit Essstörungen“. 🙂

10/2018 – 04/2019: „Online-Basis-Fortbildung SEI® – Frühe Verletzungen und Entwicklungstrauma erkennen und heilen“ von Dami Charf

→ An die ganz frühen Erfahrungen aus den ersten Lebensjahren können wir uns weder erinnern, noch bekommen wir über die kognitive Ebene einen Zugang zu ihnen. Aber über den Körper ist so viel möglich…

10/2019: Ausbildung zur Kuschlerin in der Kuschel Kiste

→ Ich bekomme eine Ahnung davon, was für tiefe Gefühle der Verbundenheit, der Zufriedenheit und der Glückseeligkeit Berührungen in Menschen auslösen. Und ich freue mich darauf, bald selbst als Kuschlerin arbeiten zu dürfen.

Berufspraxis

09/2007 – 02/2008: La Strada, Stiftung gegen Menschenhandel und Sklaverei in Warschau

→ Die Frauen waren aus der Zwangsprostitution zurück nach Polen gekehrt und ihr Leben lag in Scherben. In dieser Zeit lernte ich viel über Kriseninterventionen und darüber, wie weit ein Mensch nach unten fallen kann.

02/2009 – 07/2009: Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle in Görlitz

→ Meine Erkenntnis: Der Sog einer Sucht ist stark, sodass sie sich nicht so einfach abschütteln lässt. Es braucht andere, sanftere Wege, um von ihr loszukommen.

02/2014 – 05/2014: Leitung einer virtuellen Selbsthilfegruppe bei Hungrig Online 

→ Eine wertvolle Zeit, in der ich viel von den Betroffenen und meiner lieben Kollegin lernte.

07/2014 – 08/2015: umfangreiche Recherchen zu Essstörungen in Büchern, im Internet und in Foren sowie Gespräche mit Betroffenen

→ Ich tauchte noch einmal ganz intensiv in die Welt der Essstörungen ein, nur dass es diesmal ein anderer Blickwinkel war als einst.

seit 08/2017: essmo: Wege aus der Essstörung

→ Juhu!!! Mein Herzensprojekt ist endlich gestartet. Und jeden Tag lerne ich so viel dazu: von Betroffenen und Kolleginnen, über die Thematik und über mich selbst. Danke dafür!

Stationen auf meinem Lebensweg

Es gibt zwei Phasen auf meinem Weg, die mich sehr geprägt haben und über die ich an dieser Stelle gerne schreiben möchte:

1. Station: Meine eigene Essstörung

Im Alter von 15 Jahren rutschte ich langsam und kaum wahrnehmbar in eine Essstörung und diese begleitete mich, bis ich 22 Jahre alt war. Ich kenne das Hungern, ich kenne das Fressen, den Hass auf den eigenen Körper und die unzählbar vielen kritischen Blicke in den Spiegel. Ich kenne aber auch die Hoffnung, das Kämpfen, das Durchhalten und schließlich den lang ersehnten Schritt aus der Essstörung hinein in ein Leben, das so viel schöner ist als alles, was ich mir vorgestellt hatte.

Und schon damals im Jahr 2009, kurz nachdem der Spuk vorbei war, hatte ich bereits eine leise Ahnung: „Ich habe das alles nicht für umsonst durchgemacht. Irgendwann wird das irgendjemanden mal nütze sein.“ Schön, dass ich nun meine Erfahrungen an Menschen wie dich weiter geben darf.

2. Station: Meine Kinder als meine Lehrer

Auch die Kleinkindjahre der beiden Kinder, die meinem Mann und mir geschenkt wurden, haben mich tief geprägt. Sie waren und sind zwei meiner größten Lehrer. Von ihnen habe ich gelernt, was es heißt, lebendig und zufrieden zu sein. Nun weiß ich, was es bedeutet, die kleinen Dinge wahrzunehmen, ganz im Hier und Jetzt zu leben, sich keine Sorgen über das Morgen zu machen und jeden Moment aufs Neue zu genießen und zu gestalten. So bin ich zusammen mit ihnen unglaublich gewachsen und konnte sooo viel über das Leben lernen.

Was mir in meiner Arbeit am Herzen liegt

In der Arbeit mit Betroffenen

Mir ist es wichtig, dich auf einfühlsame und sanfte Weise zu begleiten. Gleichzeitig habe ich einen klaren Blick dafür, in welcher Richtung der Weg zu finden ist. Dabei sehe ich mich als deine Weggefährtin, die dir Orientierung und Halt geben kann. Und die dir gleichzeitig die Freiheit lässt, selber zu entscheiden, welcher dein nächster Schritt sein soll. Oder welchen Abzweig du wählst.

Da ich den Weg aus der Essstörung bereits selber gegangen bin und seit einigen Jahren auch fachlich auf diesem Gebiet unterwegs bin, trage ich inzwischen einen großen Schatz an Erfahrungen und Wissen in meinem Rucksack. Wenn dir etwas davon nützlich ist, dann hole ich es gerne aus meinem Gepäck heraus. Ansonsten gebe ich dir aber auch viel Raum, um selber Dinge auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln.

In der Arbeit mit Angehörigen

Dich möchte ich dabei unterstützen, zu erkennen, was dein Weg und was der Weg der Betroffenen ist. An dieser Stelle ich mir Klarheit sehr wichtig. Einfühlsam möchte ich dich zu der Erkenntnis begleiten, dass du nicht dafür verantwortlich bist, die Probleme der Betroffenen zu lösen. Viel mehr noch: Die Essstörung möchte auch dich einladen, deinen ganz persönlichen Weg einzuschlagen, der zu immer mehr Freude, Lebendigkeit und Leichtigkeit hinführt. Und es wäre mir eine große Ehre, wenn ich dich auf einem Stück der Strecke begleiten könnte.

In der Arbeit mit fachlich Interessierten

In der Arbeit mit fachlich Interessierten ist es mir wichtig, neue Wege in der Arbeit mit Essstörungen aufzuzeigen, damit sich ein ganzheitliches Bewusstsein für die Thematik ausbreitet. Ich möchte vermitteln, dass es tatsächlich möglich ist, dass sich die Essstörung irgendwann von der Betroffenen endgültig verabschiedet. Und ich möchte Möglichkeiten aufzeigen, wie wir Fachleute den Betroffenen die richtige Richtung zeigen können.

Meine Angebote bei essmo

Ich stecke momentan hinter allem, was auf diesem Onlineportal geschieht: den Texten, den Videos, dem Newsletter, den E-Mails und noch so vielem mehr.

Und mein Wunsch ist es, dass das Portal zu einem virtuellen Ort heran wächst, an dem Betroffene, Angehörige und Fachleute Informationen finden, einander begegnen können, sich hier wohl fühlen und wir alle voneinander lernen.